Historie und Bräuche der Galgenvögel
Die Geschichte der Galgenvögel
Häs - Maske
Narrenbrunnen
Die Chronik der Fasnet
Bräuche
Schmutziger Donnerstag
Fasnet Freitag
Fasnet Samstag
Fasnet Sonntag
Fasnet Montag
Fasnet Dienstag
Aschermittwoch
Die Geschichte der Galgenvögel
Zunft der Galgenvögel Grafenhausen e.V.
Die Zunft der Galgenvögel wurde 1968 gegründet. Bei der Gründung der
Zunft wurde auf die Geschichte von Grafenhausen zurückgegriffen.
Im Zuge der Gebietsregelung erhielt Grafenhausen im Jahre 1285 das Stadtrecht. Die Stadt Grafenhausen wurde befestigt, bekam das Marktrecht und die Gerichtsbarkeit. Grafenhausen spielte in der hiesigen Region eine bedeutende Rolle als Sitz des Gerichts. Es wurden Urteile gesprochen und vollstreckt.
Auch nach dem Verlust des Stadtrechts im Jahre 1475 übte der Scharfrichter, der dem Gericht untergeordnet war, bis in das 18. Jahrhundert sein „Blutiges Handwerk“ aus. Die damalige Hinrichtungsstätte trägt bis heute den Namen „Galgenbuck“.
Der Galgenvogel stellt den Delinquenten dar und versucht mit seinem verschmitzten und schlitzohrigen Lächeln dem Scharfrichter in letzter Minute noch ein Schnippchen zu schlagen.
Das heutige Wappen der Gemeinde, das die Justitia mit Schwert, Waage und verbundenen Augen zeigt, erinnert an jene Zeit. Die über die Augen gelegte Binde will sagen, daß das Gericht nicht zu beeinflussen ist und ohne Ansehen der Person ein Urteil fällt. Der Narrenrat mit dem Richterornat trägt vorne auf seiner Kopfbedeckung das Grafenhausener Wappen und zeigt damit die gerechten Urteile des hohen Gerichtes.
Die Zunft der Galgenvögel hat sich seit ihres Bestehens auf die beachtliche Größe von über 100 Häs- und Maskenträgern entwickelt. Die Galgenvögel erfreuen sich in unserer Raumschaft einer großen Beliebtheit. Die Zunft wurde im Jahre 1983 als Verbandszunft in den Verband Oberrheinischer Narrenzünfte aufgenommen.
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Bei allen größeren Narrentreffen wird die Zunft von der Trachtenkapelle Grafenhausen begleitet. Diese wurde mit einem Gewand eingekleidet – das zu den Farben der Zunft passt – auf deren Brust ist das Emblem der Galgenvögel zu sehen. Die Zunft der Galgenvögel war Ausrichter des Konvent 2004. |
Das Häs besteht im Oberteil aus einem aus bunten Filzflecken zusammengesetzten Überwurf, darunter eine eng anliegende hellblaue Hose, die seitwärts mit Schellen versehen ist. Dazu werden rot-weiße Ringelsocken und Strohschuhe getragen. Die Holzmaske, die oben mit einem Fuchsschwanz verziert ist, stellt einen verschmitzt lächelnden Narren dar. Als Lärminstrument bedient er sich einer Rätsche.

Die Fasnacht
soll ausschließlich religiöse Ursprünge besitzen, deshalb verfolgen wir die
Deutung des Wortes Fasnacht auf dessen christlichen Ursprung.
Das oberdeutsche Wort Fastnacht und das niederdeutsche Wort Fastlovend
bezeichnen den Vorabend der Fastenzeit. Das aus dem bayerischen stammende
Fasching oder Faschang ist von vast-schanc abgeleitet und
bedeutet die Verabreichung eines Fastentrunks. Aus Vast-schanc bildete
sich, wohl unter Angleichung an das gebräuchlichere Wort Frühling, der
Fasching.
Der Tag, an dem die Fasnachtsveranstaltungen eröffnet werden heißt im südwestdeutschen Raum Schmotziger Donnerstag. Diese Bezeichnung hat nichts mit Dreck zu tun, sondern leitet sich vom schwäbisch-allemannischen Wort Schmotz ab, das so viel wie Fett bedeutet und sich auf die fettbackenen Speisen bezieht, die man an diesem Tag zu essen pflegte.
Der Freitag trägt gelegentlich den Namen Beramfreitag. Dieses Wort beruht auf dem Wort räm, das Ruß bedeutet. Der rußige Freitagverdankt seinen Namen dem Brauch, daß Narren versuchen, den Leuten das Gesicht zu schwärzen.
Der Fastnachtsamstg heißt Schmalziger oder Schmalzsamstag, weil an diesem Tag die Schmalzküchlein gebacken werden, die als Fasnachtskrapfen in unmittelbaren Zusammenhang mit der Fettlebe der Fasnacht stehen.
Der Montag, auf den die Fasnachtsumzüge am häufigsten gelegt werden, trägt in vielen Gebieten den Namen Fasnets-Mentig (Rosenmontag). Diese Bezeichnung stammt daher, daß das Komitee, das die Umzüge des Kölner Karnevals vorbereitet, am Fasnets-Sunntig (Rosensonntag) bzw. den ihm folgenden Fasnets-Mentig (Rosenmontag) seine Generalversammlung abhielt. Der Fasnets-Sunntig (Rosensonntag) erhielt seinen Namen im 11. Jahrhundert, weil an diesem Tag der Papst in Rom mit einer goldenen Rose auf dem Altan des Laternenpalastes trat.
Die Fasnacht wird oft mit der Verbrennung der jeweiligen Symbolfigur beendet. Unter großem Wehklagen geht die Fasnet in Flammen auf. Gewiss handelt es sich beim Verbrennen im Mittelalterlichen Rechtsbrauch um eine Strafe für wiedergottliches Verhalten, auch wenn diese Strafe durch den weltlichen Arm vollzogen wurde. Die bis in's 18. Jahrhundert üblichen Hexenverbrennungen liefern für diesen Tatbestand die historischen Belege. Es lag deshalb nahe, auch die in der Fasnacht institutionalisierten Verstöße gegen das Gesetz Gottes auf diese Weise zu ahnden, selbst wenn dies in einem Spiel geschah, dessen Ernst heute vielleicht nicht
Der Schmutzige Donnerstag ist in Grafenhausen fast ein Feiertag. Am frühen
Vormittag treffen sich Hästräger und Narrenrat um durch die Schulen und
Kindergarten zu ziehen, wo geplagte Schüler und strahlende Kindergartenkinder
schon ungeduldig auf die Narren warten.
Die "Großen" Narren werden vom Stress des Schulalltags befreit und die "Kleinen"
Narren werden vom Alltag des Kindergartens befreit.
Nach dem Kindergarten und Schuleschließen zieht man mit Kindern und den Lehrern
zum Rathaus. Nachdem der Zunftmeister und Bürgermeister ihre Büttenrede
vorgetragen haben übergibt der Bürgermeister in der Regel doch recht gern die
Macht der Gemeinde an die Narren.
Nach dem traditionellen Knoblauchsuppen und Fischessen in der Tannenmühle wird
ab 14.00 Uhr der Narrenbaum abgeholt und gestellt.
Kinder, Narren und Musiker treffen sich im "Oberdorf" um mit dem Baumstellertrupp
den Baum zum Rathausplatz zu bringen. Unter der Beobachtung von zahlreichen
Zuschauern wird der Narrenbaum mit Hilfe von "Scheren" gestellt. Sobald der
Narrenbaum steht sind wieder die jungen Narren an der Reihe. Sie bekommen heiße
Würste oder eine feine Suppe die vom Schwarzwaldhotel Rothaus und von der
Gemeinde gespendet wird.
Am Abend des Fasnet-Donnerstag glunkert ganz Grafenhausen im Hemd. Alle sind
auf den Beinen und machen mit, wenn der weiße Umzug mit fröhlicher Fasnetmusik
durch Grafenhausen zieht.
Nach dem Umzug sind wieder die jungen Narren an der Reihe und bekommen
Süßigkeiten die von der Narrenzunft gespendet werden.
Später sind die Narren im ganzen Dorf unterwegs und ziehen mit munterem
Narrentreiben durch die Wirtschaften.
Beim Hemdglunki kann jeder mit machen, der einen Schlafanzug an hat. Mit "Hemd" - dem Nachthemd - meint man aber doch eher Nachtwäsche wie zu Großelterns Zeiten:
Weißes Leinenhemd, knielange Leinenpumphose, eine Nachthaube oder eine
Zipfelmütze und das ganze natürlich reichlich mit Spitzen verziert. In diesem
Häs sind auch die meisten Hemdglunker unterwegs, die dieses nicht selten
tatsächlich von den Groß- oder Urgroßeltern geerbt haben. Und weil man es in der
Fasnet mag, wenn`s kracht und lärmt hat ein Hemdglunker meist eine Hupe,
Rätsche, Kochtopfdeckel oder andere "Musikinstrumente" dabei.
Traditionell findet am Fasnet Freitag der Sportlerball des VfB Mettenberg im Alten Schulhaus im Kasslet stett.
Großer Preismaskenball des Musikverein Grafenhausen.
Jedes Jahr ist das Highlight der Grafenhauser Fasnet, der Grafenhauser
Fasnet-Sonntag-Umzug. Mit dabei sind immer viele kleine und große Narren
Cliquen, Musikkapellen, Themenwagen und Narrenzünfte aus dem nahen Umland.
Ein bunter, närrischer Zug zieht sich am Fasnet-Sonntag durch die Strassen von
Grafenhausen und zeigt den zahlreichen Zuschauern einmal mehr, mit wie viel
närrischem Ideenreichtum die einzelnen Cliquen und Vereine einen Beitrag zum
Umzug leisten. Prämierung der dargebotenen Beiträge ist ab 18.30 Uhr in der
Schwarzwaldhalle. Beginn des Fasnet-Sonntag Umzuges ist um 14.00 Uhr.
Die Kinderfasnet findet traditionell am Fasnet-Montag, in der Schwarzwaldhalle statt. Nach dem Kinderumzug vom Narrenbaum zur Schwarzwaldhalle führt die Narrenzunft durch das Programm, sodaß ein buntes und unterhaltsames Programm gewährleistet ist. Beginn ist um 14.00 Uhr am Narrenbaum.
Um 19.00 Uhr findet auf dem Rathausplatz die Fasnetverbrennung statt. Der Schlüssel des Rathauses wird an den Bürgermeister zurückgegeben.
Ganztags Traditionelles Fisch- und Schneckenessen in den verschiedenen Gaststätten.